American Staffordshire Terrier in Brandenburg ausnahmslos verboten

16. November 2007

Nach der Brandenburgischen Hundehalterverordnung ist die Hunderasse American Staffordshire Terrier durch eine unwiderlegliche Vermutung als gefährlich eingestuft. Daraus folgt ein Verbot der Haltung bzw. ein Leinen- und Maulkorbzwang für bereits gehaltene Hunde. Der Verordnungsgeber durfte im Rahmen seines Einschätzungsspielraums von der Möglichkeit, die Vermutung durch einen so genannten Wesenstest zu widerlegen, absehen.

Der 5. Senat des OVG Berlin-Brandenburg hat in einem Normenkontrollverfahren entschieden, dass die Brandenburgische Hundehalterverordnung vom 16. 6. 2004 rechtlich nicht zu beanstanden ist. Dazu gehört auch die Vorschrift, wonach die Hunderasse der American Staffordshire Terrier unwiderlegbar als gefährlich gilt, ferner das Verbot der Haltung dieser Hunde und die Anordnung von Leinen- und Maulkorbzwang für den bisherigen Bestand dieser Hunde. Insbesondere habe der Verordnungsgeber in zulässiger Weise regeln dürfen, dass die Gefährlichkeit solcher Hunde nicht durch einen so genannten Wesenstest widerlegt werden kann. Nach dem ihm zustehenden Einschätzungs- und Prognosespielraum habe der Verordnungsgeber im Hinblick auf das hohe Rechtsgut des Lebens und der Gesundheit der Bürger, die vor gefährlichen Hunden geschützt werden sollen, das Restrisiko, das auch nach einem erfolgreich verlaufenen Wesenstest verbleibe, nicht in Kauf nehmen müssen.

(OVG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 15. 11. 2007 – 5 A 1/06)

gelesen in: NJW

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